Ernst Hirschi feiert sein 50-jähriges Dienstjubiläum

An seinen ersten Arbeitstag am 1.10.1967 bei der Oberaargau–Jura-Bahn (ab 1999 Aare Seeland mobil) erinnert sich Ernst Hirschi noch ganz genau. Als gelernter Schmied hatte er bei der Oberaargau–Jura-Bahn als Gleisbauer angefangen – früh bemerkte er aber, dass seine Begeisterung eher dem Beruf des Lokführers galt.

50 Jahre bei einer Firma angestellt zu sein, das ist heute ungewöhnlich, aber erfreulich. Viele Berufseinsteiger können sich gar nicht mehr vorstellen, ihr Leben lang in einem einzigen Betrieb zu verbringen. «Es lohnt sich sehr, erfahrene Mitarbeiter zu halten», sagt Herr Markus Flück, Leiter Betrieb Bahn und fügt hinzu: «Wir danken Ernst Hirschi herzlich für sein grosses Engagement und die Treue während der letzten 50 Jahre».

Das Team Marketing Services der Aare Seeland mobil wollte es genauer wissen und sprach mit Ernst Hirschi.

50 Jahre – das ist eine sehr lange Zeit. Wir reden hier ja immerhin von einem halben Jahrhundert...! Als Zeitzeuge der Bahngeschichte hast du bestimmt viel erlebt. Was war besonders einschneidend?

Ernst Hirschi: Die Einführung der Billettautomaten war für mich besonders einschneidend – wir haben uns am Anfang sogar dagegen gewehrt. Ich hatte den persönlichen Kontakt zu den Fahrgästen beim Verkauf der Fahrausweise immer sehr geschätzt. Auch die Schliessung der regulären Bahnstrecke Langenthal–Melchnau im Jahr 1982 habe ich sehr bedauert.

Persönlich prägend war für mich mein 60. Geburtstag. Damals dachte ich, jetzt darf ich «nur» noch fünf Jahre arbeiten. Ja, ich kann mich sehr mit meinem Beruf identifizieren.

Was war früher normal, was wir heute als undenkbar empfinden würden?

Ernst Hirschi: Früher waren Lokführer auch zuständig für das Laden von Gütertransporten wie Milch, Käse und anderen Produkten. Die Produkte wurden teilweise sogar persönlich an die Adressen durch uns ausgeliefert. Heute ist das kaum denkbar.

Es hat sich schon viel verändert. Alle Abläufe und Prozesse sind heute im Detail geregelt. Lebenslanges Lernen – im Beruf des Lokführers ist dies sehr wichtig. Die Denkweise «früher hat man das auch so gemacht» ist im Beruf des Lokführers fehl am Platz.

Ist Lokführer dein Traumberuf? Warum?

Ja, ich denke schon, sonst wäre ich nicht so lange geblieben (schmunzelt). Die ganze Bahnatmosphäre ist besonders und fasziniert mich bis heute sehr. Die asm war stets ein verlässlicher Arbeitgeber und guter Sozialpartner.

Was waren die Höhepunkte in deiner beruflichen Laufbahn bei unserer Firma?

Ich durfte meine ersten Erfahrungen als Lokführer mit dem«Melchnauerli» auf der Strecke Melchnau-Untersteckholz-St. Urban-Roggwil-Langenthal sammeln, das war eine grosse Ehre für mich. Ich bin meistens mit grossem Engagement und Freude zur Arbeit gegangen – dies ist rückblickend ein grosses Privileg. Viele schöne Erinnerungen habe ich auch an gemeinsame Ausflüge, Grillabende und Feste mit meinen Berufskolleginnen und Berufskollegen.

Du hast das Rentenalter bereits am 31.10.2014 erreicht, trotzdem arbeitest du noch. Wann möchtest du definitiv in den Ruhestand gehen?

Das Fahren ist für mich eine gute Abwechslung und nach wie vor eine grosse Leidenschaft. Eigentlich wollte ich nächsten Monat aufhören, nun bin ich aber mit einem kleinen Teilzeitpensum immer noch dabei (lacht). Wer weiss, wie lange noch. Mit 70 Jahren ist aber definitiv Schluss – dann habe ich das Höchstalter eines Lokführers erreicht.

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